|
Flug mit der D-ENTE nach Afrika
Endlich
ist es so weit, unsere D-ENTE ist am Sonntag, den 31. August
2008 zum lange geplanten Flug von Egelsabch nach Tansania gestartet ! Gemeinsam
mit Christian Grzimek werden wir einen Teil des Fluges, den sein Vater mit der
"ersten" D-ENTE 1957 durchgeführt hat, nachfliegen. Sein Vater
musste damals wetterbedingt über Spanien und Nordafrika fliegen, um nach
Ägypten zu kommen. Wir hoffen dass wir hoffentlich den direkten Weg über
Kroatien und Griechenland nach Ägypten nehmen können. Die Vorplanungen
wurden alle erfolgreich abgeschlossen, die Überfluggenehmigungen für
die jeweiligen Länder beantragt, einzig bleibt noch als Problem die Treibstoffversorgung
mit AVGAS im Sudan. Hier stehen wir immer noch in Verhandlungen mit Lieferanten
vor Ort. Auf
dieser Seite wollen wir euch den aktuellen Flugverlauf mitteilen, immer davon
abhängig, wie weit wir kommen und ob wir aktuelle Informationen und Bilder
irgendwie in die Heimat übermitteln können. >>>Letzter
Update: 17.9.2008, 23h UTC <<<
Tag
1 Sonntag
31.08.2008 | 1.
Leg, Tag 1: EDFE (Egelsbach) - LDDU (Dubrovnik): ca. 560 NM
Wir sind
wohl behalten in Dubrovnik angekommen. Das war ganz schön
anstrengend, so lange in der D-ENTE non-stop zu fliegen aber
dafür entlang der Adria sehr schön. Und für
die noch bevorstehenden Legs durch Afrika, schon mal ein guter
Vorgeschmak. Bei Motorausfall hat man allerdings nicht sehr
viel Auswahl, entweder Notlandung auf dem Wasser oder auf
Inselfelsen. Das
Wetter war bestens, nur Italien war dunstig..
Nach
dem Start in Egelsbach, ging es zunächst in Richtung Ried (RID, dann
anch Luburg (LBU), dann nach KPT und von dort zum Brenner nach Bozen und Venedig.
Von dort quer rüber über die Adria nach Pula, dann nach Zadar und Split
und ins Final nach Dubrovnik. Die
maximale Flughöhe war 7500 ft, mehr ging nicht, wegen des Gewichtes.
Und gleich
nach dem Start der Erste Schreck, 15 Knoten Gegenwind ! Bereits
vor KPT war klar, dass damit der Flug bereits vorzeitig in
Split enden würde. Und dann die wundersame Wende, südlich
Stuttgart, 10 kts Rückenwind, wie vorhergesagt.
In Deutschland, Österreich und Norditalien gutes Wetter in den Alpen, die
Spitzen der Berge in den Cumuluswolken, also untendurch, weil drüber nichts
ging. Padua hat uns dann auf 2000 ft runtergecleared und uns dann querab Venedig
direkt Pula freigegeben. Ist schon interessant in 2000 ft übers Mittelmeer
zu fliegen. Man denkt am besten einfach nicht mehr über Triebwerksausfälle
nach. In Kroatien
ist die Betreuung durch ATC gut (Airspace D ab 1000 feet GND). Alle Anfragen
nach Directs wurden gewährt, wenn auch nicht immer an den nächsten Sektor
weitergegeben, so dass man doch immer melden musste wohin man eigentlich gerade
fliegt. Auch war die Anweisung "Maintain 2000 ft" witzig, wenn direkt
vor einem eine Insel auftaucht, die 2200 ft hoch ist, kleiner Schlenker ist dann
ok. Sehr schöne Fliegerei alles in allem !
Ankunft in Dubrovnik sehr freundlich und geruhsam, schnelle problemlose Abfertigung.
AVGAS pro Liter 1,37 Euro , da haben wir gleich mal vollgetankt.
Dafür
gibt's in Dubrovnik leider kein geeignetes Motoröl für
uns und das ist schlecht, weil die D-ENTE momentan anscheinend
etwas mehr Öl verbraucht als ich angenommen. Wir haben
zwar 12 Dosen dabei, aber dem gegenwärtigen Verbrauch
wird das nicht für den gazen Trip reichen und wir müssen
sehen, wo wir noch etwas dazu kaufen können.
Morgen
soll's dann nach Kreta weitergehen, die Wettervorhersage ist gut und verspricht
problemloses Fliegen.
|  |
 |
 |
 |
Tag
2 Montag 01.09.2008 | 2.
Leg, Tag 2: LDDU (Dubrovnik) - LGIR (Iraklion/Kreta): ca 586 NM Nach
einer Flugzeit von 5:45h sind wir heute in Iraklion auf der Grichischen Insel
Kreta gelandet. Handling in Dubrovnik und Gebühren waren
absolut ok, mit allem 32,50 Euro. Hier in Kreta kostet der Liter AVGAS 2,85 ,
ich nehme an, dass wir morgen noch ganz schön abgezockt werden. Flug von
Dubrovnik nach Kreta war auch wieder interessant, max. 6500 ft. Erste Clearance
manitain 1000 ft, 5 Meilen voraus Berge. Man kann aber immer davon ausgehen, dass
die Kollegen kooperativ sind, wenn man nach Alternativen fragt. Athen hat unsere
Flugplanstrecke komplett umgekrempelt, was zur Folge hatte, dass ich erstmal alle
Punkte suchen und programmieren durfte, war aber letztendlich nur ein kleiner
Umweg. Bernd und Christian wechels während des Fluges ihre Sitze, so dass
mich Bernd für 1-2 h mal ablösen kann, denn in der Do 6 h sitzen ohne
größere Bewegungen ist anstrengend. Es sieht ganz witzig aus wenn Christian
(185 cm) sich aus dem Copilotensitz schält, um dann nach hinten durchzuklettern.
Wenn Bernd fliegt, dann mache ich die Navigationsupdates und versuche wann immer
es geht eine Abkrüzung zu bekommen.
Nach längerer Zeit über Wasser, kurz
vor der Insel Milos, kamen plötzlich merkwürdige
klapperndernde Geräusche, die ich schon mal gehört
hatte. Ein Vorflügelgummi hatte sich gelöst und
schlug auf dem Vorflügel rum. Wenn ich das nicht schonmal
erlebt hätte, dann wäre mir etwas unwohl geworden,
da das Geräusch undefinierbar ist und auch durchaus vom
Motor kommen könnte. Anflug nach Iraklion problemlos,
eine Maschine der Germanwings hat freundlicherweise Relaisstation
gespielt, da wir zunächst keinen Funkkontakt herstellen
konnten. Wetter sommerlich mit 20 Knoten Nordwind.
Das GAT in Iraklion ist ein absoluter
Witz, zunächst kommt ein 40 Tonner mit JET A1 und möchte uns betanken.
Im Vergleich zu Dubrovnik liegen Welten dazwischen. Morgen
Wetter für Luxor gut, geplante Abflugzeit 07:22 UTC. |  |
 |
 |
| | | |
Tag
3 Dienstag 2.09.2008 |
3.
Leg, Tag 3: LGIR (Iraklion) - HELX (Luxor) ca 650 NM:
In Iraklion
hatten wir ein sehr schönes Hotel und sind Abends zum Hafen in ein kleines
Restaurant gegangen, wo der Grieche eine herausragende Fischplatte servierte,
dazu noch Bier und Wein, perfekt. Abends Wetterüber laptop abgefragt (Dank
UMTS sehr fix). Bestes Flugwetter bis Luxor inklusive 25 Knoten Rückenwind. Seid
unserem Abflug in Deutschland beobachte ich den Ölverbrauch der D-ENTE sehr
genau, da hoher Ölverbrauch der limitierende Faktor für die Flugdauer
ist. Am ersten Tag ( Flug nach LDDU) waren es knapp 0,6 l / h. Nach Heraklion
0,5 l/h nach Luxor mit ordentlich Rückenwind eigentlich problemlos machbar.
Nach dem Frühstück sind wir zum Flughafen wo der Handlig Agent bereits
wartete. Bernd und Christian sind zum Flieger gefahren, ich wurde zum Tower gefahren
zwecks Flugplanaufgabe. Ich erwartete das AIS, was es nicht gibt, sondern man
wird in die Towerkanzel gebracht, wo man dann gemeinsam mit einer netten Assistentin
den Flugplan macht und aufgibt. Der Platzlotse überreicht einen Becher Kaffee,
ohne, dass ich mich vorher geoutet hatte. Die Abwicklung läuft perfekt, mit
Kairo ACC wir der Flug telefonisch vorab koordiniert. Ich teile vorsorglich
mit, dass nur FL75 machbar ist. Wird akzeptiert mit dem Hinweis: "Military
Flying Aktivities to be expected below". Wir unterhalten uns dann noch über
die üblichen Flugsicherungsprobleme und man wünscht einen guten Flug.
Start erfolgte um 05:45 bei 20 Knoten Gegenwind auf der 30.
Gut beraten ist man, wenn man sich vorher die Wegpunkte im GPS einprogrammiert
hat, wird auch für VFR als selbstverständlich angesehen. Clearance lautete
"climb 1500 ft to DIA Point then turn right follow coastline, when convenient
climb FL75". Alles sehr professionell. Dann Flug 3 h über Wasser Groundspeed
immerüber 110 Knoten bis zur Küste. Athen bekommt man nie über
Funk in der Höhe, also warten bis kurz vor DAB (Daba) Kairo ansprechbar wird.
Übliche Durchgabe der Estimates und Empfang der Freigabe. Zwischendrin kommt
es immer wieder zu Funkaussetzern. In Kairo kontrolliert ein Sektor (GND-UNL)
alle Flugzeuge, sehr interessant und es wird etwas kurzweiliger als wenn man dem
Sand unter sich zuschaut. Der Flug verläuft ohne Probleme,
bis ich über Relay (ich glaube es war eine Maschine der Kuwait Airways empfange)
die Clearance bekomme: DENTE you are cleared to Luxor via EL KARGA KWV (HEKG).
Zuerst suchte ich verdutzt auf der Karte
wo das ist, fand es aber nicht sofort, also ins GPS eintippen
und die Kurslinie anzeigen lassen. Dannach stelle ich entsetzt
fest, dass wir fast 1h:20 Minuten länger fliegen müssen
und vorher kein Fluplatz kommt auf dem wir landen könnten.
Nachdem ich die Zeit für Luxor neu geplant hatte, dachte
ich bereits darüber nach, ggf. in El Kharga zu landen,
weil dort die max. Flugzeit erreicht waren und nach Luxor
nochmals 1h 20fällig waren.
Ich diskutierte mit Bernd und bat
ihn wieder nach vorne zu kommen, damit er fliegen und ich planen konnte. 50
Meilen vor HEKG begann die Öltemperatur leicht zu steigen (85 Grad bei geöffneter
Kühklappe in 7500 ft, OAT 22 Grad). Ich teilte dem Lotsen mit, dass ich in
El Kharga landen werde um einen technischen Stop einzulegen (Mehrfach hatte
ich vorher Directs nach LXR erbeten, Antwort immer Negativ). Ich wechselte auf
die Platzfrequenz und fragte nach dem Wetter, Antwort, Vis. 2000 m , Blowing Sand,
Wind 360/30 kts Gusts 40 kt, QNH1014 RWY36. Diese Info war nicht besonders ermutigend
und gewisse Unruhe machte sich bei mir breit. Ich überlegte dann nochmal
doch nach Luxor zu fliegen. Während der ganzen Zeit war zwar leichter Dunst,
die Sicht aber immer mehr als 20 km. Wir flogen über einer Inversion
aber auch drunter sah die Sicht gut aus. Ich diskutierte
mit Bernd die Alternativen, es gab aber keine, eine Landung mit Motorschaden in
der Wüste wegen Ölmangels wäre die Katastrophe gewesen. Ich flog
weiter und die Bahn kam bereits 10 Meilen vorher in Sicht. Ich überflog den
Platz in 6000 ft und begann den Anflug. Als wir durch 4000 ft sanken drehte der
Wind auf 360 Grad und die Groundspeed legte um 40 kts zu. Die Sicht war immer
o.k. allerdings hatte ich die Do 27 noch nicht bei so einem Wind gelandet. Es
klappte besser als ich erwartet da, da der Wind zwar Orkanartig aber dafür
konstant wehte.
Unten angekommen, der Wind wie ein Sandstrahlgebläse,
für jemanden wie ich, der so was noch nicht gesehen hat,
unglaublich, an Weiterflug ist nicht zu denken. In HEKG findet
1 Flugbewegung pro Woche statt, sehr ruhig.
Nachdem ich gelandet war, teilte man mir lapidar
mit, dass wir nicht weiterfliegen dürfen, bis ein Aircraft
engineer bestätigt hätte, dass die D-ENTE in Ordnung
sei. Also, ins Hotel und nachden ken was wir machen.
Jetzt sitzen wir hier, ca. 100 Meilen westlich
von Luxor, bis Freitag aufgrund diverser bürokratischer
Probleme und der zu klärenden Frage, wie wir das Problem
mit dem höheren Ölverbrauch adressieren können.
Flieger und Besatzung
sind ansonsten aber o.k., ebenso das Hotel, obwohl wir uns irgendwie vorkommen,
als wären wir am Ende der Welt ... |  |
 |
 |
 |
| | | | | |
Tag
4-5 Donnerstag 4.09.2008 | Immer
noch in HEKG (El Kharga)
Jetzt hatten wir ja genügend Zeit, nachzudenken,
was wir nun machen. Ich habe dann mit Erik, von AIR PLUS Finsterwalde
(der beste LTB der Welt) Kontakt aufgenommen und er hat kurzer
Hand beschlossen, eine Ölauffüllvorrichtung zu konzipieren,
damit wir Motoröl auffüllen können. Die lag
nahe, da bei den langen Strecken der Ölstnad schnell
ans Minimum gehen konnte. Wir hatten die Idee schon vor dem
Flug näher
diskutiert, aber dann wieder verworfen weil der Ölverbrauch
recht niedrig war. Also hat Erik mit seinen Leuten eine Nachtschicht
eingelegt und Jürgen kam am folgenden Tag nach Ägypten
und ich hatte Zeit, mit den Behörden zu klären,
wann sie mich weiterfliegen lassen würden.
Hier war der Chef des Towers in El Kharga sehr
kooperativ und dank seiner Hilfe und mehrere Telefonate mit
Kairo wurde mir dann der Widerstart sehr unbürokratisch
noch am nächsten Tag erteilt.
|  |
| | | |
Tag
6 Freitag 05.09.2008 | 4.
Leg, Tag 6: HEKG (El Kharga) - HELX (Luxor)
Der Sandsturm beginnt hier immer gleich früh
morgens und bläst den ganzen Tag, bis ca. 1 h nach Sonnenaufgang!
In der Stadt selbst bekommt man davon nichts mit, am Flugplatz
hingegen schon, weil der leider ungeschützt in der Wüste
liegt. Ergo müssen wir alle Aufmerksamkeit und Planung
auf einen sehr frühen Start legen.
Heute sind wir also
endlich wieder flugklar und konnten um 6:15h lcl nach Luxor starten. Der Flug
verlief problemlos, wir mussten auf FL85 steigen und sollten uns dann auf einen
ILS Anflug vorbereiten, was ich dankend ablehnte und einen Sichhtanflug erbat,
dem auch stattgegeben wurde. Es war ein sehr schöner Anflug über den
Nil, der Flughafen ist sehr ruhig. Unser Handling Agent erwartet
uns bereits mit einem 50 Personen Bus, den wir allein nutzen dürfen, was
bei gut 1000 Dollar Handling auch o.k. Auch das allseits beliebte und dringend
benötigte Avgas gibt's hier zum Schnäppchenpreis von Euro 4,85 pro Liter.
Und auch die Abfertigung zieht sich, 10 mal Passkontrolle usw. Dafür
werden wir dann ein sher schönes Hotel am Nil gebracht, wo wr uns auch endlich
etwas entspannen und erholen können. Das Flug-Bild
hier ist aus dem Archiv. |  |
 |
| | | | | |
Tag
7 Samstag 06.09.2008 | Immer
noch in HELX (Luxor) Heute morgen rufe ich wie immer
als erstes die aktuellen Wetterinfos für den Flug nach Khartoum ab. Die sagen
Gewitter und Sandsturm voraus, sodass ich beschließe einen Tag zu warten.
Dieser Entscheidung ging noch eine halbstündige Diskussion mit dem örtlichen
Meteorologen voraus. Ich beobachte seit längerem die Flughafenwetterberichte
und Vorhersagen und bin der Meinung, dass sie mehr oder weniger immer gleich unpräzise
sind. Dies gilt eigentlich für den gesamten Weg ab Iraklion. Währen
des gesamten Fluges sollte ich die Erfahrung machen, dass das Wetter anders war
als vorhergesagt. Dafür will Jürgen den heutigen
Tag nutzen um das Flugzeug zu checken und eineige Wartungsarbeiten zu machen.
Wir fahren also um 1400 Uhr zum Flugplatz, wo wir ersteinmal 3 h warten dürfen,
bis wir endlich zum Flieger dürfen. Jürgen baut die neue Pumpe ein und
es funktioniert phantastisch, die Jungs hatten alles bereits vorgefertigt und
ausprobiert. Nach 1 h war alles erledigt. Abends haben wir
uns zusammen gesetzt, da wir eine weitreichende Entscheidung treffen mussten.
Aufgrund der heißen Witerung und der Erfahrungen, die wir in El Kharga gemacht
hatten, musste jemand mit Gepäck zurückbleiben, damit wir den Flug noch
sicher durchführen können. Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass
Christian nach Kilimanjaro per Linie fliegt, Gepäck mitnimmt und Bernd weiter
mitfliegt. Die lange Strecken alleine zu fliegen, wäre zwar machbar aber
eigentlich unsinnig. Bernd wird, wie sich beim Flug nach Khartoum zeigen sollte
noch eine große Hilfe sein. |  |
 |
| | | |
Tag
8 Sonntag 07.09.2008 | 5.
Leg, Tag 6: HELX (Luxor) - HSSS (Khartoum) Um
3:39h UTC konnten wir heute morgen endlich wieder in Richtung Khartoum abfliegen.
Wir bekommen die Clearance laut Flugplan und sollen auf FL85
steigen, was wir auch artig tun, dauert eine gute Stunde. Da wir jetzt mit weniger
Gewicht unterwegs sind, tut sich die ENTE auch nicht mehr so schwer. Wir fliegen
stundenlang über die Wüste ab und zu kommt der Nil unter uns vorbei,
links und rechts vom Nil ein paar hundert Meter grün. Es ist eigentlich langweilig,
die Sicht nach unten ist gleich null wegen dem Sand in der Luft, nach vorne auch
nicht besser, wegen Dunst und Wolken. Ich bin froh, dass alle Instrumente für
Instrumentflug eingebaut sind, erleichtert die Sache ungemein.
Wir fliegen bei Aussentemperatur 24 Grad
in 8500 ft, als ca. 150 Meilen vor Khartoum plötzlich
die Drehzahl abfällt. Innerhalb einer Sekunde schalte
ich die elktrische Benzinpumpe an und schalte auf den linken
Haupttank, der Motor erholt sich wieder und läuft rund.
Ein Riesenschreck im ersten Moment. Nach einer ersten Analyse
denke ich an Dampfblasen, bekanntes Phänomen bei heißen
Temperaturen. Nächster Versuch, Pumpe an, Tankschalter
rechts, Motor läuft wieder unrund. Wieder umschalten
Motor laüft wieder. Ich unternehme keinen weiteren Versuch
und beginne sofort zu rechnen, ob wir mit der Spritmenge aus
dem linke Haupt und Zusatztank nach Khartoum kommen. Es reicht
gerade so, um mit 30 Minuten Reserve noch zu landen. Ich lasse
mich auf nichts ein und Versuche direkt Khartoum genehmigt
zu bekommen, spart mindestens 15 Minuten, die in diesem Fall
lebenswichtig sein können. Wenn man 5 h über nichts
als Sand und Geröll geflogen ist, hat man keine Lust
dort einen Landeversuch zu unternehmen. Ich denke es ist aussichtslos.
Meiner Bitte wird natürlich nicht entsprochen. Die genauen
Details nehmen ein gesondertes Kapitel in Anspruch. Letztendlich
ging es dann doch, was aber mit einem Besuch beim Tower in
Khartoum endete, inklusive Berichterstattung und Rapport.
Wir landen endlich in Khartoum, und werden
von einem Follow-me in Empfang genommen, der uns erstmal Flugverbot
erteilt. Unser Handling Agent war sofort nach der Landung
da und brachte mich zum Tower. Nach einer Stunde war alles
geklärt und das Flugverbot aufgehoben. Was sich Flugsicherungsseitig
generell in Khartoum abspielt ist ohne Worte und würde
hier den Rahmen sprengen.
An
dieser Stelle sei erwähnt, dass man in Ägypten und Sudan ohne Handling
Agent aufgeschmissen ist und nichts passiert wen man selbst etwas versucht. Bei
Abstellgebühren von gut 200 Dollar pro Tag in Khartoum sollte man sich genau
überlegen, ob man einen Tag länger bleiben möchte.
Jetzt begann die Fehlersuche, warum der Motor
unrund lief. Nach stundenlangen Diskussionen, Beratungen mit
der Werft und auch mit Bernd stellte sich heraus, das kein
Fehler in der Anlage zu suchen ist, sondern, dass sich bei
der Hitze vermutlich Dampfblasen gebildet hatten. Nachdem
ich alle Filter gereinigt und alle Leitungen gespült
hatte, sollte sich die Diagnose als richtig erweisen. Trotzdem
würden wir den Flug nach Lokichoggio zunächst mit
einem ungutem Gefühl antreten müssen ...
Abends dann betanken, der Benzinfilter den
ich mitgenommen hatte, zeigte sich zum erstenmal als lebenserhaltend.
Gut ein halber Liter Wasser angereichert mit Metallspänen,
Sand und ähnlichem Unrat befand sich als Überreste
im Filter. Wenn man die Fässer sieht in denen AVGAS geliefert
wird, dann wird einem ganz anders zumute.
Wir
geben den Flugplan auf und treffen uns abends mit einem
französischen Piloten, den wir kennengelernt haben und
der sehr hilfreiche Infos zum Fliegen im Sudan für uns
hat. Khartoum hat mich als Stadt total überrascht, dazu
folgt vielleicht später noch mehr.
Das
Bild vom Start ist aus dem Archiv. |  |
 |
| | | |
Tag
9 Montag 09.09.2008 | Immer
noch in HSSS (Khartoum) Heute morgen ist der Abflug
für 06:30 geplant, es ist aber bei den Offiziellen kein Flugplan da! Wir
warten 2 Stunden, geben dann auf und verschieben um einen Tag, da wir mit der
langen Flugzeit nach Kenia rechnen müssen und dann keine Reserven mehr da
sind.
Zu allem Übel kommt noch hinzu, dass mein
Magen verrückt spielt und ich mich kaum noch von der
Toilette trennen kann, an fliegen ist nicht zu denken. Das
war die Strafe für das Wasser, dass ich in El Kharga
getrunekne habe:-(
|  |
| | | |
Tag
10 Dienstag 09.09.2008 | Immer
noch in HSSS (Khartoum) Eigentlich wollten wir schon
gestern weiter fliegen, ging aber nicht, weil wir uns jetzt leider nicht mehr
von der Toilette entfernen können, Durchfall, vom Allerfeinsten :-( OK,
heute ging es schon wieder etwas besser und mit entsprechenden Medikamenten und
"Hilfsmitteln" für unterwegs ausgestattet, wollten wir heute um
8 Uhr lcl los, um es auch rechtzeitig nach Kenia zu schaffen. Wir
dachten eigetlich, dass wir nun alle bürokratischen Hürden bewältigt
hätten, aber auch hier hat man immer noch neue Überraschungen für
uns parat. Da man uns also nach zwei Stunden Wartezeit immer
noch keine Clearance geben konnte, ging unser Zeitfenster wieder zu und wir verschieben
diesen Start nun auf morgen ... |  |
| | Tag
11 Mittwoch 10.09.2008 | 6.
Leg, Tag 10: HSSS (Khartoum) - HKLK (Lokichoggio)
Meinen Durchfall habe ich wieder etwas in
den Griff bekommen und noch in der Nacht um 03:20 UTC geht's
mit Taschenlampen bewaffnet los, nix wie weg! Der Flugplan
war auch da und es wurde ein entspannter Flug nach Loki. Es
sollte sich zeigen, dass unsere Theorie in Sachen Treibstoffversorgung
und Dampfblasen richtig war.
Kurz
nach dem Start nur Häuser danach Grün bis Kenia. Immer dem Nil entlang,
sehr schöne Landschaft, immer wieder der Nil unter uns, wir fliegen eine
andere Strecke als zugewiesen, da wir immer innerhalb von 2h eine Piste erreichen
wollen, falls das Spritproblem wieder auftauchen sollte. Die vorhergesagten Gewitter
treten nicht ein, kurz vor Loki eine größere Kumuluswolke und das wars.
Die Landschaft im Süden des Sudan wird dann langsam
so, wie wir uns das für Afrika vorgestellt hatten. Anflug nach Lokichoggio
zwischen den Hügeln hindurch auf eine asphaltierte Buschpiste. Alles recht
unspektakulär. Auch wie bereits im Sudan ist hier die UN präsent (ein
paar Flugzeuge im Gegensatz zu Khartoum, wo eine Armada der UN stationiert ist).
In Loki erwartet uns Jon von der AIMAIR (Hilfsorganisation), der uns mit AVGAS
und Öl versorgt. Perfekte Unterstützung für eine kleine freiwillige
Spende. Auch die gebühren in Kenia sind moderat alles zusammen 220 USD. Das
Flug-Bild hier ist aus dem Archiv. |  |
 |
 |
 |
| | | |
Tag
12 Donnerstag 11.09.2008 | 7.
Leg, Tag 12: HKLK (Lokichoggio/Kenya) - HTKJ (Kilimanjaro/TZ) nach Musoma
Wir haben in einem netten Zeltkamp übernachtet
und sind morgends um 8h zum Flugplatz. Berechnete Flugzeit
nach Musoma ca. 4 h. Verglichen mit den anderen Trips eher
kurz. Ich habe endlich mal ausgeschlafen, so 12 h am Stück.
Als wir zur Maschine kommen, sehen wir, dass
sich im Süden des Platzes (er ist von Bergen umgeben)
bereits Gewitter aufbauen. Jon, von AIMAIR rät uns loszufliegen,
man kann eigentlich immer, bis auf 1-2 Tage im Jahr problemlos
VFR fliegen. Die Gewitter sind meist lokal und umfliegbar.
Wir starten mit der ENTE, das erste mal deutlich
unter dem max, zulässigen Gewicht, für 5 h AVGAS
dabei, nach dem Start versuchen wir es Richtung Südwesten,
kein Durchkommen wegen Wetter, also wieder umdrehen. Nach
einer halben Stunde Umweg und mehreren kräftigen Schauern,
kommen wir auf Kurs, wir müssen auf 8500 ft steigen,
das ist die höchste Geländerhebung bei El Doret.
Der Flug
ist sehr schön, endlose Sicht und die typische afrikanische Vegatation. Bei
El Doret wechselt dies schlagartig in Landwirtschaft und Ackerbau. Die Besiedlung
nimmt Richtung Victoriasee deutlich zu. Nach 3 h Flug kommt der Victoriasee in
Sicht. wir gehen auf 6500 ft runter (der See liegt auf ca. 5000 ft). Es scheint
wie ein Meer zu sein, man kann das andere Ende des Sees nicht erkennen. Etwa eine
halbe Stunde fliegen wir am Seeufer entlang.
Als wir Musoma erreichen hat der Wind ziemlich
aufgefrischt und er bläst böig vom See her mit 25
Knoten. Markus, Christian und Uwe sind mit der 5H-ZGF bereits
vorort. Wir kommen vom See her und machen einen tiefen Überflug,
zur Freude der Kollegen. Die Landung ist recht holprig.
Musoma selbst hat richtig
schöne Buchten und Strände mit
Granitfelsformationen, die an die Seychellen erinnern. Einfach
nur schön. Nach der Landung gehts gleich an die Arbeit,
Filmaufnahmen von Überflug und Landung, also das ganze
noch mal.
|  |
 |
 |
| | | |
Tag
12 Donnerstag 11.09.2008 | 8.
Leg, Tag 12: von Musoma (HTMU) nach Seronera Markus
und ich starten in Formation. nach rund 40 h Flugzeit kommt nun der kürzeste
aber mit Abstand auch der schönste Flug. Mitten durch die Savanne ins Herz
der Serengeti, das letzte halbwegs intakte Ökosystem mit den großen
Tierherden. nach 20 Minuten überfliegen wir den Eingang; und es tut sich
diese endlose Weite auf, die nur derjenige faszinierend finden kann, der schon
mal hier war. Landung in Seronera, gleich zu Markus auf die Terasse zum Bier.
Es dauert nicht lange, bis die Haushyäne bis auf ein paar Meter herankommt
und uns beäugt. |  |
 |
 |
| | | | | |
Tag
13 Freitag 12.09.2008 |
in Seronera Heute
haben wir Aufnahmen über der Serengeti gemacht. Nach dem Start hat Markus
erstmal die mehr als eine Millionen Gnus und Zebra ausfindig machen müssen,
die durch die Serengeti und die Masai Mara ziehen, damit wir auch eine schöne
Kulisse haben. Während der 20 Minuten Suche gab es schon jede Menge Tiere
zu sehen Zebras, Elefanten, Büffel usw. Kurz vor der kenianischen Grenze
war es dann so weit. Viele kleine braune Punkte erschienen am Horizont undendlich
viele. Flughöhe zwischen 50 und 200 ft Gnd. Wir überflogen die Herden
und Bernd versuchte die D-ENTE möglichst gut in Szene zu setzen. Ich konnte
leider nur im Augenwinkel diese grandiose Naturschauspiel beobachten, da der Formationstiefflug
sehr viel Konzentration erfordert. Christian Grzimek sitzt rechts von mir,
er fotografiert unablässig. Nach einer Stunde fliegen wir zurück. Unterwegs
immer wieder die Unmengen von Tieren, die es nirgendswo mehr gibt ausser hier.
Die 80 Minuten heute haben für die Strapazen der letzten
Wochen mehr als entschädigt. Heute abend steht noch ein Sonnenuntergangsflug
an und morgen geht es weiter. |  |
 |
| | | | | |
Tag
14 Samstag 13.09.2008 | in
der Serengeti Heute Morgen fliegen wir nach Malambo,
ein Jeep ist bereits gestern dorthin gefahren, um Zelte und Proviant dort
hinzubringen. Die Fahrzeit beträgt 10 Stunden, die Flugzeit mit der ENTE
und der 5H-ZGF (ZGF steht für Zoologische Gesellschaft Frankfurt, www.zgf.de)
ca. 50 Minuten. Das Flugzeug ist das mit Abstand das schnellste und wichtigste
Verkehrsmittel. Wir sind morgens wie schon fast üblich
in Formation Richtung Malambo gestartet. Die Flugplatzhöhe von Seronera ist
5100 ft, bei 30 Grad Außentemperatur lassen die Flugleistungen der ENTE
allmählich nach. Wir starten deshalb deutlich unterhalb unseres max. zulässigen
Gewichtes.
Wir fliegen im Tiefflug über die Serengeti
Kurs 110 Grad. Unter uns hat die Steppe kaum Regen abbekommen,
alles ist braun, ab und an kommt mal ein kleiner Fluss, aber
selbst hier wo das Gras kurz und braun ist gibt es Tiere zu
sehen, bei unseren Flughöhen, kein Problem zu erkennen,
welche Spezies da unten steht. Nach einer halben Stunde fliegen
wir entlang der Sanjan Gorge, ein tiefer Einschnitt in den
Gol Mountains, sieht aus wie ein Grand Canyon, spektakulär.
Markus erzählt mir später, als ich ihn frage, ob
es nicht interessant gewesen wäre, da im Tiefflug durchzufliegen,
dass es sehr gefährlich ist, da am Ende der Schlucht
die Nistplätze der Geier sind und sie sehr oft dort in
der Thermik zu hunderten auftauchen, ausweichen geht dann
kaum noch.
Malambo ist selbst bei Google Earth nicht
zu erkennen, geschweige denn die Piste. Aus der Luft kann ich nur einen schmalen
Sandstreifen erkennen (Malambo liegt ziemlich am Ende der Welt und hat nur einen
Missionsflugplatz mit einer Piste, die sich nach der Landung als absoluter Acker
herausstellen sollte.
Anflug ist problemlos, der Wind kommt immer
schräg von vorne links aus Ost mit ca. 15 kt. Mit vollen
Klappen stehe ich nach ein paar hundert Metern, es scheppert,
kracht und klappert beim Ausrollen, sodass nach der Landung
erstmal eine Außeninspektion ansteht. Alles ist noch
dran, die Holperpiste hat der Do27 alles abverlangt. Nach
der Landung werden wir von etlichen Massai umringt, für
die unsere Landung offensichtlich ein Jahrhundertereignis
darstellt.
Markus kennt alle Gepflogenheiten
und weiß, was man machen muß. Wir laufen zu den Chefs des Dorfes,
um unser Anliegen vorzutragen. Wir werden dem Governer, dem Chancellor und
anderen hochrangigen Persönlichkeiten vorgestellt, dann folgt der Eintag
ins Gästebuch (ähnlich dem Goldenen Buch einer deutschen Stadt, nur
einfach etwas schlichter), Gebühren zahlen usw. und wir werden als sehr wichtige
Gäste ausgesprochen freundlich behandelt. Unsere Vorhut nimmt uns in Empfang
und wir fahren Richtung Sanjan River, um unsere Zelte aufzuschlagen.
Unser Zeltlager steht recht schnell und wir beginnen mit der Suche nach der
Absturzstelle der ersten D-ENTE, bei dem Absturz kam Christians Vater ums Leben,
alle hier kennen die Geschichte noch und nach 50 Jahren weiß jeder hier,
dass mal ein Flugzeug in der Nähe abgestürzt ist. Wir laufen mit den
Bildern, die ich vom Absturz im Archiv hatte los, aus der Luft konnten wir schon
in etwa ausmachen, wo wir suchen müssen. Nach etwa 20
Minuten Fußmarsch sind wir an einer Stelle, die schon sehr genau von der
Perspektive unseren Bildern ähnelt.
Markus und Christian bleiben dort, ich laufe weiter Richtung
Ebene, da ich sicher bin, dass bei dem gewaltigen Aufschlag
auch heute noch was zu sehen sein muß. Ich finde eine
Stelle, an der tatsächlich ein ca. 2 Meter großes
und etwa 60 cm. tiefes Loch in der Erde ist, mit Gras bewachsen
und großen Steinen umlegt (Die einzigen Steine im Umkreis
von hunderten von Metern. Ich stelle meine Kamera auf 50 mm
Brennweite und bekomme exakt den Bildausschnitt im Sucher,
wie auf dem Bild vor mir. Die Steine haben eine besondere
Bedeutung, wie wir am nächsten Morgen erfahren sollten.
Zweifelsohne haben wir die Stelle gefunden und ich bin sicher,
dass man mit einer Schaufel oder einem Detektor auch noch
kleine Metallteile finden könnte, wir lassen es. Ich
mache ein paar Fotos und speichere die genaue Position in
meinem GPS.
Wir fahren wieder zum Flugplatz, denn es steht wieder
ein unvergesslicher Flug an. Zuerst zum Lengai, der aktive Vulkan und heilige
Berg der Massai und dann weiter zum Lake Natron, wo Millionen von Flamingos leben
und ihren Nachwuchs aufziehen. Nach dem Start auf dem Acker versuche ich auf 10000
ft zu steigen, was mir geradeso bei den Umgebungsbedingungen gelingt. Der Berg
ist 9600 ft hoch und es ist beeindruckend, wenn man in den Krater hineinschaut.
Als ich das letzte mal vor einigen Jahren mit Markus um ihn herumgeflogen bin,
da war alles grün und bewachsen. Durch den Ausbruch, der mehrere Monate auerte,
ist alles Grau in Grau aber spektakulär.
Die Turbulenzen in Gipfelnähe sind recht
beeindruckend, Höhehalten klappt nicht mehr. Wir gehen
in einen langen Sinkflug über, da der der Lake Natron
auf ca. 3000 ft liegt. Wir überfliegen ihn einmal nach
Norden, um uns dann im Süden zum filmen zu positionieren.
Die Flamingos konnten wir als rosa Flecke bereits früh
erkennen. Was dann kam, kann man mit Worten kaum beschreiben,
der See ist aufgrund des sehr hohen Salzgehaltes wie ein Spiegel,
selbst bei Wind gibt es keine Wellen. Ich sehe unser Spiegelbild
auf der Wasseroberfläche und wir fliegen in 100 ft über
die Millionen von Flamingos, minutenlang. Wenn man zu tief
über das Salzwasser fliegt, kann es passieren, das man
den Horizont verliert und auf der Wasseroberfläche einschlägt.
Markus
berichtet von einem Hubschrauberpiloten, dem das vor kurzem passiert ist, selbst
Vögel verlieren gelegentlich die Orientierung bekommen ungewollten Wasserkontakt.
Da ich die Erfahrung vermeiden möchte, fliege ich immer zur Küstenlinie
leicht versetzt, um immer eine Referenzlinie zu haben. Klappt gut und wie fliegen
nach Malambo zurück, wo wir wieder von den Massai begrüßt
werden. Dann zurück is Camp, wo Barbecue und Bier warten. Heute
Morgen fliegen wir nach Malambo, ein Jeep ist bereits gestern dorthin gefahren,
um Zelte und Proviant dort hinzubringen. Die Fahrzeit beträgt 10 Stunden,
die Flugzeit mit der ENTE und der 5H-ZGF (ZGF steht für Zoologische Gesellschaft
Frankfurt, www.zgf.de) ca. 50 Minuten. Das Flugzeug ist das mit Abstand das schnellste
und wichtigste Verkehrsmittel. In Malambo werden wir eine
kleine Expedition zur Absturzstelle der original D-ENTE machen, anhand von Fotos
werden wir versuchen, sie ausfindig zu machen, es gibt verschiedene Meinungen,
wo es passierte, ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Ort finden, Christian
Grzimek ist mit dabei, wir werden dann eine Nacht zelten. Auf dem Flug dorthin
werden wir noch einige Filmaufnahmen machen. |  |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
| | | |
Tag
15 Sonntag 14.09.2008 | in
Malambo Wie immer frühes Aufstehen, da die Natur
mit Sonnenaufgang erwacht und der Geräuschpegel jeden Wecker überflüssig
macht. Wir bauen ab und fahren ins Dorf, wo wir jemanden treffen wollen, der die
Geschichte der alten D-ENTE genau kennen, und auch noch Teile von ihr haben soll
(Näheres hierzu später).
Von dieser Person erfahre ich, dass die Masai
nach dem Absturz durchaus eines ihrer Schutzrituale dort abghalten
haben könnten, damit in der zukunft nicht nocheinmal
so etwas passiert. Darauf deutet die von mir beschriebene
Steinformation hin. Also waren wir an der Richtigen Stelle.
Start nach Seronera, ich starte zuerst, überfliege einmal
die Absturzstelle und warte von der Sanjan Gorge auf Markus,
hier treffe ich schon ein einige der großen gefiederten
Gesellen, die in der Thermik kreisen. Ich bin auf 6500 ft
als ich ihnen begegne. Obwohl sie so groß sind (ca.
15 kg und 2-3 Meter Spannweite) sind sie schwer zu erkennen.
Wenn man ihnen mit dem Flugzeug zu Nahe kommt, dann legen
sie schlagartig die Flügel an und stürzen senkrecht
nach unten.
Christians Vater, Michael, ist das am 10. Januar
1959 zum Verhängnis geworden, einer dieser Vögel traf ihn beim Tiefflug
am rechten Flügel, er verlor die Kontrolle über das Flugzeug, stürzte
ab und war sofort tot.
Markus hat sich auch auf 6500 ft hochgequält
und wir fliegen Richtung Seronera. Wieder Filmaufnahmen, die
zum Tagesprogramm gehören. Wir sehen immer wieder Geier,
deutlich mehr als bei den bisherigen Flügen. Nach ca.
15 Minuten ist die Luft relative Geierfrei und wir machen
Tiefflug. Ich fliege die letzten 10 Minuten alleine mit Christian
und wir sehen jetzt wieder Grün unter uns, da es die
letzten Tage immer mal wieder geregnet hat. Die Natur legt
sofort los, es wächst alles rasant und damit kommen auch
die Tiere. Wir sehen wieder die Zebras, Imapals, Gazellen,
Gnus usw. Ich sehe eine Gruppe von Touristenjeeps und fliege
schnell hin um zu sehen was dort ist, Löwen! Nach der
Landung erstmal Grundreinigung. Heute Mittag steht Safari
auf dem Programm.
|  |
 |
| | | | | |
Tag
16 Montag 15.09.2008 | wieder
zurück in Seronera Mit Sonnenaufgang aufstehen
gehört zur Tagesordnung, Wecker ist fehl am Platz, da man von der Geräuschkulisse,
die dann einsetzt auf eine Art und Weise geweckt wird, die Seinesgleichen sucht.
Heute Vormittag stehen Rundflüge für die Mitarbeiter
der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) auf dem Programm. Ohne die Mithilfe
und Organisation hier vor Ort, insbesondere durch Markus Borner, wäre unser
Flugvorhaben undenkbar gewesen. Alle Mitarbeiter sollen daher die Gelegenheit
bekommen, die Erfolge ihrer Arbeit direkt aus der Luft sehen zu können.
Wir fliegen 5 mal, die Flugplatzhöhe von
5100 ft MSL und die Außentemperatur von 30 Grad machen
die ENTE zum 4 Sitzer.
Die Mitarbeiter sind von der
ENTE und der Sicht aus ihr begeistert. Wir bekommen ein Löwenrudel zu sehen,
dass sich noch von der nächtlichen Jagd an einem Zebra zu schaffen macht,
4 Geparden, die auf einem kleinen Hügel in der Steppe Ausschau nach Beute
halten, Elefanten mit Nachwuchs und eine große Herde Büffel, die vor
unserem Flugzeug die Flucht ergreift, nicht zu erwähnen die vielen Tompis,
Gazellen, Zebras usw. Für mich ist es einfach Fliegen in einem Zoo. Es ist
interessant, aus der Luft zu beobachten, wie unterschiedlich die Tiere auf unser
fliegendes Zebra reagieren. Manche schauen
gelangweilt hoch und tun nichts, andere ergreifen schlagartig
die Flucht.
Nach unserem 3. Flug treffen gerade die regionalen
Fluggesellschaften mit ihren Cessna Caravans ein, um Touristen
zu bringen und ab zu holen, wir lassen ihnen Vorrang und warten
eine Viertelstunde bis sie wieder weg sind. Die Piloten kommen
sofort zu uns herüber und es entwickelt sich der übliche
Smalltalk, den wir sehr schätzen gelernt haben, da man
immer sehr nützliche Informationen bekommt. Das Interesse
und die Freude, die andere Flieger über die ENTE zum
Ausdruck bringen hat mich immer wieder überrascht und
sehr bewegt.
Technische
Probleme gab es heute wegen der hohen Temperaturen und der Flugplatzhöhe.
Die ENTE sprang wie ich erwartet hatte, zwischen den Rundflügen schlecht
an (obwohl ich alle möglichen Tricks anwendete) und hatte die Neigung im
Leerlauf auszugehen, aber das ist bei den Bedingungen normal und unkritisch. Nach
den Flügen stand erstmal 3 Stunden waschen an. Die ENTE hat eine ordentliche
Staub- und Dreckschicht angesetzt. Zu den Bildern hier im
Blog: Die Tierbilder und der Sonnenuntergang entstanden gestern und heute während
unserer kurzen Ausflüge von ca. 2 Stunden. Den Sonnenuntergang kann man live
beim Gin-Tonic oder Bier in der Seroneralodge auf der Terasse erleben. |  |
 |
 |
 |
 |
 |
| | | |
Tag
17 Dienstag 16.09.2008 | Nach
Kilimanjaro Airport
Heute heißt es Abschied nehmen, wir
fliegen nach Kilimanjaro Airport. Flugzeit ca. 1:30 h. Ich
packe morgens alle Sachen zusammen und fahre mit Joseph zum
Flugzeug. Ich verpacke und verstaue alles, fülle Öl
nach und tanke 200 Liter. Ich bereite den Flug mit der TPC-Karte
vor. Die Strecke führt uns nochmals direkt am Lengai
vorbei und dann im Norden zwischen dem Mount Meru (14000 ft)
und dem Mount Kilimanjaro (18000 ft ) hindurch zum Internationalen
Flughafen.
Uwe wird mein Copilot sein und dann die D-ENTE
mit einem befreundeten Piloten von Kilimanjaro aus nach Hause
fliegen. Christian und Bernd fliegen mit Precisionair von
Seronera über Arusha nach Kilimanjaro. Wir bringen die
beiden zum Flugplatz und verabschieden uns von den beiden.
Markus bringt uns zum Hangar, wo die ZGF und die ENTE nebeneinander
stehen. immer wenn wir hinuter zu den Maschinen kommen, kommen
mir die Gedanken, wie genial diese Lackierung für diese
Gegend hier eigentlich ist, es gibt eigentlich nichts besseres.
Uwe und ich steigen ein (Uwe hat schon am Tag
vorher eine kleine Einweisung bekommen, was er so als Copilot
machen muß und wo sich was befindet). Ich starte den
Motor und wie immer springt die ENTE tadellos an. Wir sind
wieder ordentlich vollgeladen, wie immer 5100 ft Höhe
und 25 Grad heute morgen verheißen einen mühsamen
Start. Dafür haben wir heute aber etwas Gegenwind und
wir starten auf der Piste 32. Als wir zum Start rollen, sehen
wir Bernd und Christian, die immer noch auf ihren Flieger
warten. Wir winken ihnen zu und rollen zur Startposition.
Der Start erfolgt problemlos und wir sind wie schon so oft
nach der Hälfte der Strecke in der Luft.
Ich fliege noch mal zu den Häusern der
ZGF um mich bei Markus mit einem tiefen Überflug zu verabschieden.
Der markante, unübersehbare leuchtend violette Baum kommt
in Sicht, eigentlich Unkraut, was Markus mal vor zig Jahren
gepflanzt hat und eigentlich gar nicht hierher gehört.
Er hat es nicht übers Herz gebracht,ihn abzuholzen. Er
ist eine wunderbare Orientierungshilfe. Ich drehe eine Kurve
und fliege in ein paar Metern Höhe über Markus`
Haus. Uwe und ich beschließen noch eine paar Minuten
Sightsseeing zu machen. Ich nehme Kurs auf die Moru-Kopjes
und wir begegnen einer großen Herde Elefanten, die mit
vielen kleinen Babyelefanten Richtung Seronera zieht. Wir
umkreisen sie einmal und lassen sie dann in Ruhe. Viele unsere
gefiederten Kollegen
Namens Geier sind auch schon unterwegs und Uwe und ich teilen
uns die Arbeit. Einer schaut raus, der andere fliegt. Wir
umrunden die Kopjes, die einmalig schönen Felsformationen,
zu denen auch der Gongrock gehört. Mehrere kleine Felsen,
die wie wie der Gong einer Glocke erklingen, wenn man eine
Stein draufhaut. Wir ziehen eine weite Schleife und auf Kurs
100 Grad geht es Richtung Gol Mountains. Wir steigen auf 7500
ft.
Wir fliegen fast die gleich Strecke
wie nach Malambo, nur etwas nach Süden versetzt. Die Sanjan Gorge sehen wir
im Vorbeiflug, ebenso die vielen Rinder und Ziegen der Masai, die ausserhalb von
der Serengeti weiden dürfen. Dann kommt der Lengai im Dunst in Sicht, wir
fliegen unterhalb des Gipfels in ein paar
hundert Meter Abstand an ihm vorbei. Man kann deutlich sehen,
dass er wieder aktiv ist, oben ist deutlich Rauch und Staubeintwicklung
zu sehen. Nach dem Lengai kommt ein erloschener Vulkan, der
Kikumbene, er ist vor langer Zeit mal ausgebrochen und der
gesamte Krater ist eingestürzt, trotzdem ist er immerhin
noch über 10000 ft hoch. Uwe fliegt plötzlich ein
abruptes Ausweichmanöver und sagt nur das Wort Vögel
in 10 Uhr Position. Ich schaue nach draussen, kann aber nichts
erkennen. Uwe gibt mir moch mal einen Tip und ich sehe 1000de
von weißen etwa gansgroßen Vöglen unter uns.
Man konnte auf den ersten Blick nicht abschätzen, wie
hoch sie eigentlich sind, deshalb
hatte Uwe auch schnell reagriert, erst
beim Zweiten hinsehen wurde deutlich, dass sie wesentlich tiefer fliegen als wir.
Kurz darauf, nachdem wir den Mt. Meru Passiert haben, neheme
ich mit der Anflugkontrolle Kilimajaro Sprechfunkkontakt auf und melde uns an.
Die übliche Frage nach Kennzeichen Flugzeugtyp und Anzahl Personen an Bord
wird artig beantwortet und wir bekommen die Anweisung direkt in den Queranflug
zu Piste 09 zu fliegen. Ausser uns sind noch 2 andere heimische Flieger auf der
Frequenz. Wir erhalten Landefreigabe und setzen auf der 3,5 Kilometer langen Piste
auf. Nach der Landung werden wir freundlich empfangen, tanken AVGAS zum Preis
von 1,97 USD/Liter und machen die ENTE fertig für den Heimflug. 2 h
später landet die B757 der Ethopian Airlines, mit dem
Piloten an Bord, der mich ablöst und mit Uwe heimfliegt.
Dieser wird noch gegen Gelbfieber bei der Einreis geimpft
und wir nehmen ihn nach einer Stunde Warterei in Empfang.
Gebühren u.ä. sind in Tansania gering, wir brauchen
keinen Handling Agent, können jederzeit an unseren Flieger.
Im Hotel mache ich mit dem Piloten dieÜbergabe, erkläre
noch mal die Besonderheiten mit Öl und Treibstoffversorgung
und dann fahren wir noch mal zur ENTE, wo ich ihm noch mal
alles am Objekt erkläre.
Plötzlich
ruft Bernd und Christian an und berichten, dass Bernds Koffer in Arusha stehengeblieben
ist und er mit dem Taxi zu uns unterwegs sei. Ich solle ihn bitte mit nach Deutschland
nehmen.
Am Flughafen treffen wir durch Zufall den Taxifahrer mit dem
Koffer und ein hektischer Mitarbeiter der Ethopian Airlines
versucht den Koffer noch mit auf die B757 zu bekommen mit
der Christian und Bernd gen Addis unterwegs sind. Fehlanzeige,
die Boeing startet gerade und ich nehme den Koffer mit der
Condor zum Preis von 160 Euro mit nach Deutschland. Der Pilot
und Uwe sind gearde eben in Lokichoggio eingetroffen, und
hoffen am Montag in Worms zu landen.
Dazu kam es aber leider nicht.......
|  |
 |
 |
| | | | | |
|